Die 6 Traditionen – 6 Säulen der Camarilla

Die 6 Traditionen sind jedem ein Begriff, der schon einmal ein wenig mit Vampire Live zu tun hatte: Die eisernen Gesetze der Camarilla, die mit allen Mitteln und aller nötigen Gewalt durchgesetzt werden. Wer sie bricht kann sich sicher sein, dass seine Nächte gezählt sind.
Aber sind die Traditionen nur Werkzeuge der Älteren, um die Jüngeren zu gängeln, oder steckt mehr hinter diesen kainitischen Gesetzen?

Wenn Du anfängst zu spielen, solltest Du die 6 Traditionen wirklich kennen. Nicht unbedingt den exakten Wortlaut (der eh variiert), aber den Inhalt sollte Dein Charakter kennen und benennen können.
 

1. Die Maskerade

Du sollst dein wahres Wesen niemanden enthüllen, der nicht vom Geblüt ist. Wer solches tut, verwirkt seine Blutrechte.

Früher waren es Bauern mit Mistgabeln und Fackeln, heute wären es Sondereinsatzkommandos, das Militär und diverse Geheimdienste. Auch, wenn ein Kainit einzelnen Menschen deutlich überlegen ist, ist gerade den Älteren die entscheidende Schwäche ihrer Art bewusst: Am Tage sind sie schlichtweg wehrlos. Natürlich, es gibt Sicherheitsghule – aber wie man in den Nachrichten regelmäßig sieht, ist selbst ein militärisch ausgerüsteter Kleinstaat nicht sicher davor, vom Militär eines größeren Landes einfach dem Erdboden gleichgemacht zu werden. Davon ab haben nur die allerwenigsten Kainiten wirklich mehrere gute Sicherheitsghule. Hätte jeder Neonate eine Privatarmee im Vorgarten, gäbe es gleich das nächste Maskeradeproblem 😉

Ob ein friedliches Zusammenleben möglich wäre? Das würde gegenseitiges Vertrauen und die Bereitschaft zur gleichberechtigten Zusammenarbeit voraussetzen – etwas, wofür weder Vampire noch menschliche Machthaber bekannt sind. Die Maskerade ist schlichtweg der einzige Weg aller Vampire zu überleben.
 

2. Die Domäne

Deine Domäne ist dein Belang. Alle anderen schulden dir Respekt, solange sie sich darin aufhalten. Niemand darf sich gegen dein Wort auflehnen, solange er in deiner Domäne weilt.

Wieso darf nur einer das Sagen haben, während alle anderen sich unterordnen müssen? Weil die verhasste Ordnung eines einzelnen Herrschers noch immer sicherer für die allermeisten Kainiten ist, als das ungeordnete Gesetz des Stärkeren.
Die Aufgabe eines Fürsten besteht nicht (nur) darin, sich daran zu erfreuen, dass alle nach seiner Pfeife tanzen müssen. Viel mehr trägt er die Verantwortung dafür, dass in seiner Domäne alles in den rechten Bahnen läuft. Das funktioniert natürlich nicht, wenn jeder tut was er will. Um das gewaltige Gebilde der Camarilla zusammen zu halten ist es nötig, dass die erfahrenen und älteren Kainiten, die auch langfristige Entwicklungen im Auge behalten und weiter denken als die Jüngeren, die Führung übernehmen und verhindern, das aufmüpfige Neonaten handeln, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist.
 

3. Die Nachkommenschaft

Du sollst nur mit Erlaubnis deines Ahnen andere zeugen. Zeugst du andere ohne Einwilligung deines Ahnen, sollen sowohl du als auch deine Nachkommen erschlagen werden.

Einige Jüngere (und viele Anarchen) betrachten es als ungerecht, dass sie nicht selbst entscheiden dürfen, wann sie Nachkommen schaffen wollen. Auf den ersten Blick verständlich, auf den zweiten ist diese Tradition allerdings dringen notwendig. Frage Dich selbst: Welcher Charakter möchte, dass andere Kainiten sich eine Armee von Kindern aufstellen, um sich damit Macht zu sichern? Von dem Ernährungsproblem einmal abgesehen, würde dies schneller als man es für möglich halten würde zu Problemen mit der Maskerade führen (siehe die 1. Tradition).
Auch mit der Besonderheit unserer Chronik, dass nur die wenigsten Menschen eine Erschaffung ohne vorheriges Brechen durch einen Ahnen überleben, würde bei unkontrollierten (versuchten) Erschaffungen ein Maskeradeproblem auftreten: Riesenberge von Leichen.
 

4. Die Rechenschaft

Wen du erschaffst, der ist dein eigenes Kind. Bis der Nachkomme auf sich selbst gestellt ist, sollst du ihm alles befehlen. Du trägst seine Sünden.

Ein Kind zu erschaffen sollte keine Entscheidung sein, die leichtfertig getroffen wird. Diese Tradition verhindert, dass die Camarilla nach und nach überschwemmt wird von jungen Kainiten, welche die Traditionen und Gesetze der Gesellschaft nicht kennen und so permanent kleinere oder größere Katastrophen verursachen. Diese Tradition zwingt einen Kainiten, sich genau zu überlegen, ob ein Mensch es tatsächlich wert ist, erschaffen zu werden.
 

5. Gastfreundschaft

Ehre die Domäne anderer. Wenn du in eine fremde Stadt kommst, so sollst du dich dem vorstellen, der dort herrscht. Ohne das Wort der Aufnahme bist du nichts.

Damit ein Fürst in der Lage ist, in seinem Herrschaftsgebiet für Ordnung zu sorgen, muss er wissen, wer sich dort aufhält. Wer sich ohne Anmeldung in einer Domäne bewegt, steht schnell im Verdacht zum Feind zu gehören. Generell ist es verständlich: Wer in einen anderen Machtbereich kommt, unterliegt den dortigen Gewalten.
 

6. Vernichtung

Es ist dir verboten andere von deiner Art zu vernichten. Das Recht der Vernichtung liegt ausschließlich bei deinem Ahnen. Nur die Ältesten unter euch sollen die Blutjagd ausrufen.

So grausam Kainiten untereinander auch sind, es bleibt ihnen doch die Gewissheit, dass sie (höchstwahrscheinlich) nicht einfach so vernichtet werden, wenn sie nicht gegen die Traditionen verstoßen. Dies schützt die (physisch) Schwachen vor den (physisch) Starken, die Jüngeren vor den Älteren und die Älteren vor den Jüngeren.
Denke kurz darüber nach, wie unsere Welt aussehen würde, wäre Mord erlaubt: Konkurrenten werden einfach um die Ecke gebracht, was zu Fehden und Rachefeldzügen führt. Das wäre bei Kainiten nicht anders, sondern wahrscheinlich noch deutlich extremer. Kein Kainit hat ein Interesse daran, bei so etwas unter die Räder zu geraten.
 

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