Ahnen: Frei gespielte Charaktere für mehr Spielgefühl

Wer unser Gruppe und die Katharsis-Chronik kennt, oder ein wenig in diesem Blog gestöbert hat, weiß, dass wir kein rein auf Neonaten fokussiertes Spiel haben, sondern neben Ancillae auch Ahnen regelmäßig auftretende Charaktere sind. Der Fokus des Spiels hat sich dadurch im Vergleich zu einem Spiel, in dem hauptsächlich Neonaten auftreten, verändert und neue und spannende Spielmöglichkeiten eröffnet.
(Du kennst die Status der Camarilla noch nicht? Hier haben wir die Begriffe des Vampire Live erklärt.)
 
 

Neonatenspiel vs. Ahnenspiel

Die regelmäßige Anwesenheit von Ahnen verschiebt den Fokus des Spiels. Beide Spielstile (mit und ohne Ahnen) haben ihre Vor- und Nachteile, und man kann mit beiden sehr viel Spaß haben, wenn man sich darauf einlässt.

In einem Spiel ohne regelmäßig auftauchende Ahnen sind den jüngeren Charakteren mehr Freiheiten gegeben, sich aneinander zu reiben und sich gegen die anderen durchzusetzen. Eine gewisse Grenze setzen die Ancillae, welche die Gesellschaft führen und prägen, aber die Grenzen für die Neonaten sind meist eher weit gefasst. Das korrekte Verhalten rückt schneller in den Hintergrund, stattdessen ist bei Konflikten mit anderen auf dem eigenen Machtlevel vielleicht eher forsche Durchsetzungskraft gefragt.

Sind oft Ahnen anzutreffen, verändert sich das Spiel spürbar. In unseren Augen trägt es sehr zum vollständigeren, „echten“ Gefühl der Camarilla bei, wenn auch Ahnen regelmäßig in auf den Spielen anzutreffen sind.
Aktive Ahnen schränken einige sonst eher weit gefasst Grenzen ein, da sie (meistens) mehr Macht haben ihre Interessen durchzusetzen als andere Charaktere. Wenn Ahnen anwesend sind, riskiert man eher einen auf den Deckel zu kriegen, wenn man über die Stränge schlägt. Das heißt natürlich nicht, dass sämtliche Konflikte zwischen Neonaten unterdrückt werden. Aber man sollte es vielleicht vermeiden, direkt neben einem Ahnen eine Schlägerei anzufangen 😉

Um sich halbwegs sicher auf einem Treffen mit anwesenden Ahnen zu bewegen, sollte ein Charakter die Etikette zumindest rudimentär beherrschen. Andererseits ermöglicht die Anwesenheit der Ahnen aber auch ganz andere „Aufstiegschancen“ als ein Spiel ohne Ahnen: Wer einen Ahnen überzeugt (oder von diesem gezwungen wird), kann zum Ancilla aufsteigen. Auch können Neonaten direkt mit den Ahnen agieren und sind damit nicht nur von den Ancillae abhängig.

Frei gespielte Ahnen?

Wohl eine zweite Besonderheit der Katharsis Chronik ist, dass auch die Ahnen frei gespielte Charaktere mit eigenen Zielen und Agenden sind. Dies hat sich während der letzten Jahre entwickelt und bisher als Aufhänger für viele Spielmomente gesorgt.

Wer aus einer Spielgruppe oder Chronik kommt, in der Ahnen wie früher auch bei uns keine freigespielten Charaktere waren, sondern im Vorfeld festgelegte Agenden verfolgten und ihre Auftritte mehr oder weniger geplottet wurden, wird da vielleicht zweifelnd die Stirn runzeln. Denn Ahnen sind aufgrund ihres Alters, ihrer Fähigkeiten und ihrer Position in der Camarilla die mächtigsten Charaktere im Spiel, wodurch sie einen ungleich größeren Einfluss auf das Spiel vieler Darsteller haben als z.B. ein Neonate oder Ancilla. Ohne Frage ist jedem Ahnendarsteller diese Verantwortung bewusst, ebenso die Pflicht nicht ausschließlich auf den eigenen Spielspaß zu achten, sondern auch immer an die anderen Darsteller zu denken.

Dadurch, dass auch die Ahnen frei gespielt werden, ergibt sich für die anderen Charaktere allerdings ein Vorteil: Die Ahnen sind nur noch so gut wie ihre Darsteller, nicht mehr wie das Team von Spielleitungen, die ihre Auftritte durchgeplant haben. Solange vor jedem Ahnenauftritt mit mehreren Spielleitungen geplant wurde, wann welcher Ahn wie agieren wird, wurde die Darstellung der Ahnen vielleicht eher den Ansprüchen von quasi unantastbaren Geschöpfen gerecht, auf der anderen Seite wurden die Ahnen dadurch genau das: unantastbar, und damit kaum anspielbar, steif und „unecht“.

Freigespielte Ahnen können dagegen deutlich besser auf Unvorhergesehenes reagieren und freier mit anderen Charakteren agieren, wodurch für alle Beteiligten mehr Spiel entsteht. Sie verlieren vielleicht ein wenig von dem alten Glanz unantastbar zu sein, fühlen sich dafür aber echter an und nicht wie Schauspieler, denen man bei seinem Auftritt zuschaut.

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