Dein Weg sei Blut, Teil 1 – Die unstillbare Gier

Um sich Nacht für Nacht von seiner Schlafstätte erheben und überleben zu können, benötigt ein Vampir Blut. Der Hunger nach Blut ist allgegenwärtig und kann niemals gestillt werden, so dass jeder Kainit von dieser Gier getrieben wird zu jagen – und früher oder später wieder zu töten. Denn kein einziger Kainit kann leben, ohne Tote zu hinterlassen.
 

Alles dreht sich um Blut

Dein Charakter ist ein toter Körper, der einzig durch das Blut überlebt, das er anderen Wesen stiehlt. Schon allein um jede Nacht bei Sonnenuntergang zu erwachen kostet ihn Blut; wird er verletzt braucht er umso mehr davon um sich zu heilen. Dein Charakter lebt ein geliehenes Leben und ist abhängig von Blutspendern, ohne die er binnen weniger Wochen mehr und mehr seiner Bestie und der Gier nach Blut verfallen oder schließlich in Starre fallen würde – was kein Kainit freiwillig tut.

Dieser Hunger eines Kainiten ist mehr als der Hunger, den wir Menschen verspüren. Er ist nicht nur das Bedürfnis Nahrung aufzunehmen. Dieser Hunger ist das existentielle, körperliche und geistige, Bedürfnis eines jeden Kainiten nach dem Einzigen, was seine Existenz bewahrt: Die Gier eines kaputten, untoten und pervertierten Wesens nach dem reinen Leben.

Den Hunger nachzugeben und zu trinken ist ein Rausch, dem nichts gleichkommt, was ein Mensch empfinden kann. Es ist nicht die Befriedigung, sich den Bauch mit der Lieblingsspeise vollschlagen zu können. Blut zu trinken und seine Lebenskraft in sich zu spüren und sie aufzunehmen ist das absolute Gefühl, wenn auch nur für einen Augenblick, wieder zu leben und übertrifft noch bei weitem den Rausch von richtig gutem Sex. Blut ist Notwendigkeit und Droge zugleich.
Sehr passend thematisiert wird dieser Hunger auch in dem Stück „Unstillbare Gier“ aus dem Musical „Tanz der Vampire“.
 

Je mächtiger, desto besser

Kein anderes Bedürfnis in einem Kainiten reicht an die verzweifelte Gier des Hungers und die befriedigte Lust des Trinkens heran. Je mächtiger das Blut ist, desto mehr steigert sich die Ektase des Trinkens in Unermessliche: Je besser die Generation eines Kainiten, desto „dicker“ ist sein Blut.
Aber selbst das Blut eines jungen Kainiten der 13 Generation ist alles andere als geschmacklose Plörre und noch immer um ein vielfaches „schmackhafter“ als menschliches Blut. Unübertroffen ist das Blut der Ahnen, von dem schon der Geschmack einiger weniger Tropfen Blutbände und Süchte entstehen lassen kann.
Kainiten, die das Blut anderer Kainiten getrunken haben, werden immer das Verlangen haben, diesen Rausch erneut zu erleben, und immer wieder finden sich in der Gesellschaft regelrechte „Bluthuren“ (beiderlei Geschlechts), die ihrem Laster offen frönen. Für das Spiel kann es ein spannender Aspekt sein mit dieser Sucht zu spielen: Auf der einen Seite die kaum zu bändigende Gier nach dem Blut anderer Kainiten, auf der anderen Seite das ständige Risiko, sich unfreiwillig an jemanden zu binden.

Blut warm und frisch aus der Ader ist ungleich verlockender als kaltes und abgefülltes aus Flaschen. Auch Zusätze, um Blut länger haltbar zu machen, erhöhen den Genuss nicht unbedingt. Allerdings ist es nicht immer praktikabel, einen Menschen dabei zu haben um zwischendurch den Hunger zu stillen, weshalb abgefülltes Blut z.B. als gangbare Alternative auf Treffen ausgeschenkt wird. Nicht umsonst sind in einigen Kreisen die Getränke der Tremere begehrt, die ihre eigenen Mittel haben, es wie „frisch gezapft“ schmecken zu lassen – ob man nun trinken möchte, was die Tremere mit ihrer Blutmagie behandelt haben, muss jeder mit sich selbst ausmachen. 😉

Den besonderen Reiz von versetztem Blut von Opfern, die Drogen und/ oder Alkohol konsumiert hatten, haben wir in diesem Artikel schon einmal am Rande erwähnt. Versetztes Blut ist für Kaintien die einzige Möglichkeit, selbst in den „Genuss“ von Drogen zu kommen.
 
 

Im nächsten Teil der Minireihe geht es darum, wie ein Kainit an das kostbare Nass herankommt und weshalb kein Charakter es vermeiden kann, dabei immer wieder zu töten.

2 thoughts on “Dein Weg sei Blut, Teil 1 – Die unstillbare Gier

  1. Claudi

    Der beste Blogg bisher! Tolles, und meiner Meinung nach auch DAS alles ausmachende Thema bei diesem Spiel… 😉

    • Frauke

      Freut mich, dass Dir der Artikel gefällt 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.