Jeder Charakter tötet - auch Deiner

Blut ist Leben. Wwenn ein Mensch Blut verliert wird er schwächer oder stirbt sogar. Da Kainiten Blut zum Überleben brauchen, töten sie unweigerlich auch manchmal ihre Beute. Aber damit es soweit kommt, muss erst einmal Beute gefunden werden.

Im zweiten Teil dieser Miniserie geht es um die verschiedenen Möglichkeiten eines Kainiten im Vampire Live an Blut zu gelangen und den unweigerlichen Tod von Opfern. Denn den kann auch der menschlichste Vampir niemals sicher verhindern.
 

Die Jagd nach Blut – Opfer oder Herde

Es ist für einen Kainiten immer gut, sich eine regelmäßige Blutzufuhr zu sichern. Schließlich will man auch in Krisenzeiten ausreichend Nahrung zur Verfügung haben. Auch Charaktere, die nicht physisch veranlagt sind, können mal in einen kampf geraten. Dann brauchen sie plötzlich deutlich mehr Blut als gewöhnlich. Noch schwerer wird es, wenn Klauenspuren im Gesicht sie daran hindern, normal jagen zu gehen.

Die meisten Kainiten lernen sehr schnell, wie sie dieses Problem lösen, ohne Spuren zu hinterlassen. Einige haben bestimmte Orte, an denen sie schnell Opfer finden. Andere legen sich eine Herde zu, auf die sie auch im Notfall schnell zugreifen können. Grundlegend kann man vier Arten unterscheiden, an Blut zu gelangen:

Schlachtabfälle

Tierblut schmeckt scheußlich und ist bei weitem nicht so nahrhaft wie menschliches Blut. Aber im Notfall ist es immer noch besser als gar kein Blut zu bekommen. Wer Ghule in Schlachthäusern einsetzt, kann auf diesem Wege an größere Mengen Tierblut gelangen. Aber wer will diese Plörre schon trinken, wenn er nicht wirklich am Verhungern ist?

Blutkonserven

Ältere und einflussreiche Charaktere können Blutkonserven über eine eigene Organisation sammeln. Wer dazu keine Mittel hat, kann sein blut von diesen Charakteren kaufen. Dieses „Dosenfutter“ ist nicht unbedingt für Gourmets geeignet, aber immerhin deutlich besser als Tierblut.

Eine Herde

Egal ob Ghule, eine Gruppe gebundener Menschen oder die Mitglieder eines Clubs zweifelhafter moralischer Natur – wenn ein Kainit einen mehr oder weniger festgelegten Kreis von Menschen hat, die auch kurzfristig verfügbar sind, lassen sich viele Ernährungsprobleme regeln. Bei offensichtlichen Verletzungen ist es natürlich am einfachsten auf Ghule zurückzugreifen. Die sind eingeweiht und wundern sich nicht übermäßig, weshalb ihrem Besitzer die Eingeweide aus dem Bauch hängen 😉

Und täusche Dich nicht, wie groß eine Herde sein muss. Die normale Wartefrist zwischen zwei Blutspenden liegt immerhin bei 10 – 13 Wochen. Und dabei wird nur ein halber Liter entnommen, während der Vampir einen ganzen Liter braucht. Willst Du Dich ausschließlich von der Herde ernähren, muss diese also 70 bis 100 Personen umfassen. Und das nur, um Dir einen Liter Blut pro Tag zu geben.

Die Jagd

Die urtümlichste und für die Bestie befriedigendste Art und Weise, um an Blut zu gelangen. Die Möglichkeiten reichen von der Auswahl und Verführung eines Opfers z.B. in einer Disko über eine brutale Hetzjagd durch ein abgelegenes Waldstück bis hin zur Entführung und wie auch immer gearteten „Verfütterung“ zuhause. Das Blut ist frisch, und die Tatsache dass es „erarbeitet“ werden muss kann eine ganz eigene Befriedigung bedeuten.

Wie genau Dein Charakter zwischen den Domänentreffen an sein Blut kommt, ist weitestgehend Deine Entscheidung. Es wird natürlich schwierig, wenn zwanzig Kainiten in einer Domäne versuchen, jeweils eine eigene Blutspende-Organisation zu gründen. Gerade aus Maskeradegründen sollten die Kainiten davon absehen. Aber davon ab solltest Du Dir ruhig Gedanken um die Ernährungsgewohnheiten Deines Charakters machen.
 

Es gibt immer Tote

Viele noch sehr menschliche Vampire sind froh, dass sie sich von Menschen ernähren können, ohne sie töten zu müssen. Aber dies ist ein Trugschluss. Jeder Vampir tötet, ob absichtlich oder nicht. Manche töten vielleicht deutlich mehr als andere, aber kein einziger Kainiten kann überleben ohne Leben zu nehmen.

Die meisten Kainiten lernen sehr früh, einem Opfer nur soviel Blut zu entnehmen, dass dieses überlebt. Einen Blutverlust von einem halben Liter überlebt ein gesunder erwachsener Mensch im Normalfall ohne Probleme. Auch beim Blutspenden werden 500ml entnommen. Der Verlust eines ganzen Liters wird meist ebenfalls noch weggesteckt. Aber darüber hinaus wird es sehr schnell kritisch.

Natürlich kann ein Kainit versuchen, sich nur von gesunden, fitten, erwachsenen Menschen zu ernähren und niemals mehr als einen Liter zu trinken. Aber davon ab, dass jedem Kainiten mal die Pferde durchgehen werden und er nicht rechtzeitig aufhört zu trinken, kann auch der Verlust eines Liter Bluts direkt oder indirekt zum Tod des Menschen führen.

Trinken vs. Blutspende

Beim Blutspenden steht ausgebildetes Personal bereit, um die Spender zu überwachen und Risiken auszuschließen. Aber das kann ein Kainit kaum leisten. Erwischt ein Kainit ein nicht ganz so fittes, untergewichtiges oder sonstwie geschwächtes Opfer, kann es durchaus zu Kreislaufproblemen und schlimmeren Folgen kommen. Diese treten mitunter auch er später auf, wenn das Opfer im Auto sitzt und als Folge eines Kreislaufzusammenbruchs einen Verkehrsunfall verursacht. Auch Trombosen können entstehen. Darüber hinaus kann es sein, dass man an einen tatsächlichen Blutspender gerät, der vor kurzem Blut gespendet hat oder kurze Zeit nach dem Vampirbiss zum Blutspenden geht. ein solch doppelter Blutverlust wird nicht gut verkraftet.

Kurz gesagt: Es gibt keine Garantie, dass jeder Mensch es problemlos übersteht, wenn ein Vampir ihm einen Liter Blut entnimmt.
Und nicht zuletzt ist der Rausch, von einem Kainiten gebissen zu werden und ihm Blut zu spenden, das höchste aller Gefühle, das ein Mensch empfinden kann. Wie leer ist das Leben für das Opfer, wenn es einen solchen Rausch nie wieder empfinden kann? Dann ist das eigene Leben auf einmal nur noch trist und öde?
 

Was für Möglichkeiten bleiben einem Kainiten, der keine Menschen töten will? Hart gesagt: Keine.

Er kann natürlich versuchen, sich ausschließlich von Tierblut und Blutspenden zu ernähren. Aber ob er das bis in alle Ewigkeit durchhält ist fragwürdig. Auch nicht zu trinken ist keine Option, denn mit wachsendem Hunger wird schließlich seine Bestie die Kontrolle übernehmen und ein Blutbad anrichten, das mit Sicherheit Todesopfer hat.

Die einzige Wahl, die solchen noch sehr menschlichen Kainiten im Vampire Live bleibt, ist zu versuchen möglichst wenig Opfer zu töten. Und er muss lernen, damit umzugehen, dass er bis zum Ende seiner Existenz denen den Tod bringt, die ihn am Leben halten.

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