die omega chroniken, oder tagebuch eines wortgewandten gangrel teil 2

03:10:2004

hatte beim letzten eintrag versprochen ueber die konfrontation mit dem tier zu schreiben.

wenn man auf den domaenentreffen bei der platzwahl nicht aufpasst, kann es passieren, das man unfreiwilliger art und weise zeuge der gebluemten redeweise der ach so zivilisierten anderen vampire wird. je blumiger, rosiger die sprache, desto offensichtlicher der versuch, dass darunterliegende waschweiber-geschwaetz zu verstecken. wer nichts zu sagen hat sollte lieber mal einen abend lang versuchen das maul zu halten, anstatt in einer vierundzwanzig-strophigen „ode an die flasche auf der anderen seite des tisches“ nach einem getraenk zu verlangen. aber das ist nur meine bescheidene meinung, verbringt ihr die unsterblichkeit wie ihr wollt, nehmt mir jagdgebiete & verschwendet das mir zustehende blut.
macht nur.

hati sagt, einige dieser blumenfluesterer koennten mir das herz herrausreissen und eine ode darueber rezitieren, waehrend ich „ey?!“ sage. hatte mal einen kassetten-rekorder, dessen fast-forward taste geklemmt hat. kann mir also ungefaehr vorstellen wie das klingt. so schnell sind die. wenn sie ihn ihrer vorstellung gespraeche verwilderten gaerten gleich mit saetzen aus dunklen rosen fuellen, deren blueten auf schwarzen teichen treiben, dann ist, um in dieser metapher (ihr wisst was eine metapher ist, ja?) zu bleiben, die sprache von hati eine karge fjaellebene, auf deren steiniger oberflaeche sich flechten in geheimnisvollen mustern festkrallen, und versteckt zwischen schroffen felsen ein paar smultron-beeren im nachtwind…
wer je naechte mit nur zwei stunden dunkelheit erlebt hat, der weiss besseres mit sich anzufangen als endlose reden.
in solchen naechten ist schweigen poesie.
aber ich schweife ab.

das tier.
ruechsicht auf den bildungs-dialekt meiner mitkainiten nehmend hier nun die ereignisse des abends:

lass es zu“ faucht hati, mindestens genau so schwer gezeichnet wie ich, oder vielleicht denke ich das auch nur, weil ich mehr damit beschaeftigt bin, ueber den rand meines bootes auf die riesigen dunklen schatten zu starren, die unter mir ihre kreise ziehen. „lass es zu“ und ich trete einen schritt zur seite, zumindest habe ich das vor, dann reisst es mich zur seite, existenzverneinende schwaerze.

dann reite ich auf h(o)ellen pferden
einfach den bogen der erde hinauf
und fürchte nicht, gejagt zu werden,
und schließ die schleusen der meere auf:
Und das ganze land wird fluten unter mir,
und ein ganzes volk wird bluten unter mir.
Und es wird gut sein…
und dann seine praesenz, hati, ganz in der naehe.
knirschen zwischen meinen faengen, ein ganzer mund voll sand. der boden aufgewuehlt, tiefe klauenspuren. werde von hati und rags niedergehalten. aus meinem linken arm ragt ein knochen. so sieht also eine elle aus.
das rudel ist fuer mich da, wenn ich es brauche.
no escape
every further step you’ll ever make
will drive you on to me

in diesem sinne,
wer alle lieder erkannt hat ist selber schuld.

bracken.

und jetzt stehn wir so klug wie ehedem
vor zertrümmerten wirklichkeiten.“

„und es wird gut sein…

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