Domänentreffen: Wozu das Ganze?

Warum besucht Dein Charakter mehr oder weniger regelmäßig die Domänentreffen? Weil die Gruppe sich nun einmal monatlich trifft und ein Domänentreffen spielt? Oder hat er tiefergehende Gründe daran teilzunehmen?

Egal, ob regelmäßige Besuche von Domänentreffen oder ausschließlich private Treffen, man kann für beides absolut stimmige Erklärungen finden, ohne dass eine davon jetzt besser oder schlechter ist. Letztlich muss sie zu Deinem Charakter passen. Auf alle Fälle kann es Dir helfen Deinen Charakter besser zu verstehen, wenn Du seine Motivation hinterfragst, weshalb er die Domänentreffen eigentlich besucht. Also, welche Gründe kann er haben? Hier ist eine kleine Auswahl von Möglichkeiten:
 

Einsamkeit

Vampire sind keine permanenten Einzelgänger. Sie sind nicht einmal alle vollkommen asozial und grausam, gerade die jüngeren. Wer die Ewigkeit vor sich hat, will sie kaum alleine verbringen. Selbst, wenn einem Vampir die Gesellschaft von Artgenossen unerträglich scheint, ist alleinsein auf Dauer noch schlimmer. Denn auf Domänentreffen gibt es eine Sache, die der treueste Ghul und der geistreichste Mensch nicht substituieren kann: Artgenossen. Domänentreffen sind eine Chance, sich (vermeintlich) unverbindlich eine monatliche Dosis von Gesellschaft zu holen, um den Rest der Zeit die Einsamkeit besser aushalten zu können.
 

Kein Verstecken

Ein Vampir, der sich unter Menschen begibt, muss seine wahre Natur verbergen und vorgeben etwas zu sein, was er nicht ist. Das heißt er wird niemanden finden, der ihn wirklich verstehen kann, und selbst in mitten einer Menschenmenge vollkommen allein sein. Und selbst zwischen seinen Ghulen, die wissen was er ist, wird er kein wirkliches Verständnis dafür finden. Wirklich verstehen was er ist können nur andere Vampire.
 

Misstrauen

Wenn es Domänentreffen gibt, die von anderen Kainiten besucht werden, und nur man selbst fortbleibt, hat man keinen Einfluss darauf, was dort geschieht. Und das gereicht einem früher oder später zum Nachteil. Sicherlich kann man Spione einsetzen die einem berichten, und andere kaufen dort die eigenen Interessen durchzudrücken – aber davon ab, dass dies auf Dauer sehr teuer wird, kann man sich auch nie zu 100% sicher sein, dass sie einen nicht hintergehen. Wer keine Beziehungen zu anderen Kainiten aufbaut wird früher oder später derjenige sein, auf den der Rest der domäne am ehesten verzichten kann, wenn jemand hingehängt werden muss.
 

Pragmatismus: Alle tun es

In gewisser Weise sind Domänentreffen Selbstläufer. Dadurch, dass viele (und auch wichtige) Kainiten sie besuchen und für wichtig halten, werden sie wichtig. Oder anders gesagt: Stell Dir vor es ist Domänentreffen und niemand geht hin. Dann ist es nur noch ein leerer Raum mit einem einsamen Gastgeber. Aber dadurch, dass viele Kainiten mit der Erwartung dorthin gehen, dass das der Ort für viele wichtige Entwicklungen ist, werden sie dort weitere wichtige Entwicklungen anstoßen.
 

Die Herrschaft will es so

Auch, wenn sie es vielleicht nicht direkt sagt. Aber ein Fürst will wissen, was sich in seiner Domäne abspielt, ohne sich dafür ständig individuell mit den einzelnen Mitgliedern treffen zu müssen. Auf Domänentreffen kann er an seine Macht erinnern und die Domäne im Blick haben, ohne sich direkt mit den Mitgliedern auseinandersetzen zu müssen. Ein Fürst kann ein gewisses Maß an Partizipation am „Domänenalltag“ voraussetzen, wenn ein Kainit schon unter seinem Schutz leben und sich vom Blut seiner Stadt nähren darf.
 

Das Leid der Anderen

Wie will man es genießen können andere in den Staub zu treten, wenn man sie nicht trifft? Oder zu beobachten, dass sie von anderen in den Staub getreten werden, wenn man nicht die Domänentreffen besucht, auf denen dies geschieht? Oder, für diejenigen, die sich für bestimmte Artgenossen einsetzen: Wie will man verhindern, dass einem Verbündeten etwas Schreckliches passiert, wenn man gar nicht da ist?
 

Selbstschutz

Manchmal braucht man Hilfe, weil einem etwas Furchtbares passiert ist oder man in Gefahr schwebt. Dumm nur, wenn niemand weiß, dass es einen gibt, weil man sich niemals auf Domänentreffen blicken lässt und keine persönliche Beziehung zu anderen aufgebaut hat. Wenn man allerdings einige andere hat, denen auffällt, wenn etwas nicht stimmt, erhöht das die Chance gerettet zu werden, wenn einem etwas zustößt. Sicher, man wird eine ganze Zeit lang die Schulden für eine Rettung abzahlen müssen – aber besser verschuldet als tot.
 

Kontakte knüpfen

Domänentreffen sind das ideale Umfeld, um Kontakte zu knüpfen. Dort begegnest Du nicht nur Kainiten, die Du zuvor noch nie gesehen hast, die aber wertvolle oder interessante Kontakte sein können, sondern kannst in Gespräche mit höherrangigen und alten Kainiten kommen, die sich sonst kaum für ein privates Treffen hätten erweichen lassen. Es ist leichter, einem Fürsten auf einem Domänentreffen positiv aufzufallen, als ihn zu einem privaten Treffen zu bitten und ihn dann entsprechend zu begeistern. Es ist leichter positiv aufzufallen, wenn man sich von der Masse von Kainiten abhebt, die nicht an die eigenen Fähigkeiten heranreichen.
Und für Ältere haben Domänentreffen den Vorteil, dass sich hier die vielversprechenden Jüngeren umtun und man beobachten kann, wie sie sich im Austausch mit anderen Kainiten schlagen. So kann man vielversprechende Kainiten in die eigenen Dienste bringen, ehe ein anderer sie einem wegschnappt.
 
 
Das sind natürlich längst nicht alle Gründe, Domänentreffen zu besuchen. Welche Motivationen kann es noch dafür geben? Ich bin gespannt auf Eure Antworten!

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