Ewige Liebe: Der Blutsband im Vampire Live, Teil 1

Das Blut von Kainiten ist ein ganz besonderer Saft, was gerade durch den Blutsband sehr deutlich wird. Denn ein Kainit kann nicht nur Menschen zu hörigen Dienern machen, indem er ihnen sein eigenes Blut zu trinken gibt, sondern auch andere Kainiten auf diese Weise an sich fesseln.
Aber natürlich wäre das untote Leben viel zu einfach, wenn eine blutgebundene Person fortan nur noch ein willenloser Sklave wäre. Viel eher kann ein Blutsband ein regelrechte Katalysator für eine Vielzahl von Emotionen sein – auf beiden Seiten.

Da der Text deutlich länger geworden ist als geplant, habe ich daraus eine zweiteilige Miniserie gemacht. Heute fangen wir mit den Fragen danach an, was ein Blutsband überhaupt ist und wie er entsteht. Im zweiten Teil folgen dann die Antworten, wie unterschiedlich Mensch und Kainit auf kainitisches Blut reagieren, wie lange ein Blutsband dauert und wie genau er sich auf das Spiel auswirkt, denn eine solch starke Fessel ist großartig geeignet, intensives Rollenspiel zu erleben.
 

Was ist ein Blutsband?

Kurz gesagt ist ein Blutsband die absolute und bedingungslose Abhängigkeit des Gebundenen an den Herren (auch manchmal Domitor genannt). Der Gebundene stellt seinen Herren in Zentrum seiner eigenen Existenz und würde alles tun, um ihm zu gefallen und ihm seine Wünsche zu erfüllen. Dies beinhaltet auch das Brechen und pervertieren eigener Ideale, das Begehen schlimmster Verbrechen und sogar das Opfern der eigenen Existenz, um den Herren zu schützen.

Es ist dem Gebundenen beinahe unmöglich, sich gegen das Blutsband aufzulehnen, und es verlangt ihm eine enorme Willensanstrengung ab, dies zumindest kurzfristig zu tun. Diese Willenskraft findet sich eigentlich nur unter Kainiten und einigen wenigen, jahrhundertealten Ghulen.

Eine Person, egal ob Mensch oder Kainit, kann immer nur an einen Kainiten zur Zeit gebunden sein. Andersherum gilt das nicht: Ein Kainit kann zahllose andere an sich binden. Ob er das will ist dabei natürlich wieder eine andere Frage. Doch dazu unten mehr.
 

Wie entsteht ein Blutsband?

Ein Blutsband entsteht, wenn ein Mensch oder Kainit in drei verschiedenen Nächten das Blut eines Kainiten trinkt. Dieses Blut muss frisch sein, also noch in derselben Nacht „gezapft“, wenn es nicht direkt der Ader getrunken wird. Ob das Blut freiwillig getrunken oder unter Zwang verabreicht wird variiert dabei von Situation zu Situation 😉
Untermogeln kann man einem Kainiten das Blut eines Artgenossen nicht, denn kainitisches Blut hat einen so intensiven Geschmack, dass es jedem Kainiten sofort auffällt.

Es gibt unterschiedliche Arten, einen entstehenden Blutsband zu handhaben. Oft wird es so ausgespielt, dass das einmalige Trinken von kainitischem Blut eine spürbare Sympathie entsteht. Ideen und Handlungen werden zum Beispiel auch unter dem Gesichtspunkt betrachtet, wie der Blutspender dazu stehen könnte. Der Trinkende fühlt sich dem Blutspender eher gewogen und ist viel eher bereit, einmal fünfe gerade sein zu lassen und dem Blutspender etwas zu verzeihen oder zuzugestehen.
Nach dem zweiten Trinken wird aus der Zuneigung schon eine starke Verbundenheit. Zwar würde der Trinkende noch nicht seine Existenz für den Blutspender opfern oder in Gefahr bringen, aber davon ab zum Beispiel die Position des Blutspenders einnehmen und ihn verteidigen oder versuchen in der Gunst des Blutspenders zu steigen.
Durch das dritte Trinken wird diese Verbundenheit zu bedingungsloser Hörigkeit. Der Blutspender wird der Herr (oder die Herrin) des nun Gebundenen, und dieser richtet sich komplett auf das neue Zentrum seiner Existenz aus. Jeder Gedanke kreist darum, wie er seinen Herren zufrieden stellen und ihm Gefallen bereiten kann. Jede andere Person steht dahinter zurück, egal wie wichtig sie früher waren. Der Gebundene tut alles, um die Aufmerksamkeit und ein Lob seines Herren zu erhaschen; eine Schelte kann der Grund für tiefste Verzweiflung werden.

Eine andere Herangehensweise ist, dass der Trinkende nichts von dem entstehenden Blutsband bemerkt und nach dem dritten Trinken davon überrollt wird. Von den geltenden Regeln hängt es auch immer von den Beteiligten Darstellern ab, wie genau sie die Entstehung des Blutsbandes darstellen.
 
 

Das waren die Grundlagen von einem Blutsband. Im nächsten Teil geht es um die Umsetzung im Spiel und die verschiedenen Ansätze, großartiges Rollenspiel aus einem Blutsband herauszuziehen.

2 thoughts on “Ewige Liebe: Der Blutsband im Vampire Live, Teil 1

  1. Claudi

    Das könnte einen ja glatt zu Bänden verführen….

    • Frauke

      Wenn das mal so einfach und immer so schön wäre… Diese garstigen Gebundenen sind ja oft noch anstrengender als normale Kainiten 😉

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