Kind spielen – Warum es frustrierend ist

Letzten Freitag ging es um die Vorteile davon, im Vampire Live ein Kind zu spielen. Aber da alles im Leben mindestens zwei Seiten hat, wollen wir heute die Nachteile beleuchten. Denn ein Kind zu spielen bringt nicht immer nur Freude, sondern kann auch sehr frustrierend sein.

Kurz zur Auffrischung: Ein Kind ist ein frischgeschaffener Vampir, der sich in der Vampirgesellschaft noch nicht das Recht auf seine eigene Existenz verdient hat. Dieses Recht erhält er erst, wenn er freigesprochen wurde. Doch bis es soweit ist, muss er noch einiges lernen und die richtigen Leute von sich überzeugen.

Frustrierend – Inplay oder offplay?

Das ist eine relevante Unterscheidung. Ich hatte schon letzte Woche geschrieben, dass es in unserem Vampire Live genau darum geht, dass jeder Charakter sich immer wieder mit Situationen konfrontiert sieht, die er absolut nicht mag und mit denen er sich trotzdem auseinandersetzen muss. Und nicht immer bist Du in der luxuriösen Situation selbst zu bestimmen, welche Probleme Dein Charakter zu bewältigen hat – oft genug entscheiden andere, in welche Probleme sie Dich werfen.

Du wirst in unserem Vampire Live also keine Rolle finden, die inplay immer ihren Willen bekommt oder ausschließlich mit den Herausforderungen umgehen muss, die Du Dir selbst gesucht hast. Und das vollkommen unabhängig vom Status. Entscheidend für Dich ist also, ob Du auf die Art der Konflikte, mit denen Kinder sich häufig konfrontiert sehen, Lust hast.

Auch Probleme, die einem anfangs Spaß machten, können sich nämlich abnutzen und so frustrierend werden. Oft hilft ein Gespräch mit dem Darsteller, der den Erzeuger Deines Charakters spielt. Wenn Du Dich noch entscheiden musst, ob Du als Kind starten möchtest oder nicht, ist es auf jeden Fall sinnvoll, sich auch die Nachteile einmal anzuschauen und dann zu entscheiden.

Warum macht Kind spielen frustrierend?

Ob Du diese Nachteile wirklich als Nachteil wahrnimmst oder nicht ist natürlich Dir überlassen. Diese Liste ist, ebenso wie die der Vorteile ein Kind zu spielen, nicht zwangsläufig vollständig. Aber sie vermittelt einen guten Eindruck von den Herausforderungen einer solchen Rolle, die auch ziemlich frustrierend sein können.

Ach ja: Manchmal ist es von anderen Charakteren durchaus gewollt, dass Dein Kind frustriert wird. Unmögliche Aufgaben sind eine gute Methode herauszufinden, aus welchem Holz ein Charakter gemacht ist. Außerdem kann es spannend sein herauszufinden, wie der eigene Charakter mit Frustrationen umgeht.

Du bist abhängig

Und zwar nicht nur vom Wohlwollen so ziemlich aller anderer Kainiten, sondern in erster Linie auch vom Darsteller Deines Erzeugers. Denn als Kind kannst Du nicht einfach selbst entscheiden was Du tust und wohin Du gehst, sondern brauchst für alles eine Erlaubnis. Du willst das Treffen der Nachbardomäne besuchen aber Dein Erzeuger nicht? Dann hast Du Pech gehabt. Du willst länger auf einem Treffen bleiben, aber Dein Erzeuger will früher gehen? Pech gehabt.

Natürlich besteht fast immer die Möglichkeit, dass Dein Erzeuger einen Ersatzaufpasser für Dich findet. Aber nur, weil dies möglich ist, muss es nicht zwangsläufig auch geschehen. Denn nicht jeder Charakter gibt sein Kind einfach so aus der Hand, nur weil er es theoretisch könnte. Das kann ziemlich frustrierend sein, aber auch ein Ansporn sich zu bemühen, so schnell wie möglich freigesprochen zu werden.

Du musst lernen

Und zwar real. Gut, die Menge an Lernstoff ist überschaubar. Und je nachdem, wie Dein Erzeuger drauf ist, wirst Du mehr oder weniger lernen müssen. Kern der meisten Erziehungen sind diese Gebiete: Die 6 Traditionen, die Etikette, wer sind die wichtigen Kainiten, die Du kennen solltest, was geht gerade ab in der Camarilla.

Unabhängig davon, ob Dein Erzeuger Dich nötigt oder nicht, wäre es gut die Traditionen und zumindest rudimentär die Etikette zu beherrschen. Also setze Dich auf den Hosenboden und lerne 😉

Gehorche!

Dies geht mit dem Lernen einher. Denn Dein Erzeuger ist nicht nur dafür zuständig Dich auszubilden, sondern kann Dich auch wieder vernichten, wenn Du Dich seiner Ausbildung verweigerst. Und nein, dabei geht es nicht darum sachlich auszudiskutieren, ob er damit Recht hat oder nicht – er ist Dein Erzeuger, also hat er dieses Recht.

Weshalb viele Erzeuger so streng sind und manchmal sogar die Vernichtung ihres eigenen Kindes in Betracht ziehen? Weil ihr eigenes Wohl davon abhängt, was ihr Kind anstellt. Lies noch einmal kurz die 4. Tradition durch: „Bis Du Deine Kinder aus Deiner Obhut entlässt, unterstehen sie Deiner Anweisung. Ihre Verfehlungen obliegen Deiner Verantwortung.“

Das heißt, dass jeder Fehler, den Dein Charakter macht, direkt auf Deinen Erzeuger zurückfällt und er dafür bestraft wird. Weshalb also sollte er ein Kind am Leben lassen, das ihm nur Probleme macht und sich nicht darum kümmert, ob es ihn mit in den Abgrund reißt?

Du bist Eigentum

Damit wären wir beim nächsten Punkt: Fast überall gilt ein Kind nicht als eigenständiger Kainit, sondern als Eigentum seines Erzeugers. Du stehst also nur ein bisschen über einem Ghul.

Damit geht auch einher, dass Dich fast überall jeder Kainit ohne Strafe vernichten darf. Sicher, Dein Erzeuger kann sich später dafür an ihm rächen, aber Dir bringt das dann trotzdem nichts mehr, oder? Und selbst, wenn Du nicht vernichtet wirst, bist Du ein beliebtes Ziel für die schlechte Laune anderer.

Die Chance, dass Du tatsächlich vernichtet wirst, ist eher gering. Aber sie ist dennoch vorhanden, und schon größer als bei einem freigesprochenen Neonaten.

Du wirst immer das Küken sein

Zumindest für einige Jahre, bis die meisten vergessen haben, wann Du erschaffen wurdest. Bis dieser Zeitpunkt erreicht ist vergehen ungefähr drei Jahre. Solange Du in dieser Zeit nicht ständig darauf herumreitest wie jung Du bist und alles tust um zu beweisen, dass Du nichts kannst, werden die meisten Dich hinterher als vollwertigen und gleichwertigen Neonaten wahrnehmen.

Der Grund dafür ist auch, dass es den meisten Älteren für viele ihrer Pläne egal ist, wie alt die Figuren darin sind. Anders gesagt: Ein fähiger Kainit von fünf Jahren kann sehr viel nützlicher sein als ein 80-jähriger Kainit, der aber vollkommen unfähig ist. Und wenn Du die Zeit seit Deiner Erschaffung sinnvoll eingesetzt hast, kannst Du so überzeugend auftreten, dass sich viele ältere Neonaten bereitwillig unter Dir einsortieren.

Allerdings braucht es Durchhaltevermögen, bis Du so weit bist. Drei Jahre können schnell vorüber gehen – oder eine echt lange Zeit sein, wenn Du sie als frustrierend empfindest. Und einige Charaktere werden nie vergessen, wie jung Du bist, und es Dir immer wieder unter die Nase reiben. Gläserne Decke, willkommen.

Du bist schwach

Als Kind bzw. junger Charakter wirst Du immer weniger Disziplinen beherrschen als ältere Charaktere.

Moment, hatten wir nicht letzte Woche gesagt, dass es auf die Disziplinen gar nicht so sehr ankommt? Ja, und das hat sich auch nicht geändert. In den meisten Fällen kannst Du mit geschickter Argumentation und Softskills ebenfalls viel erreichen. Und gerade Kinder, die keine andere Wahl haben als diese Fähigkeiten auszubauen, können echt gut darin werden.

Trotzdem bieten mehr Disziplinen Dir natürlich mehr Möglichkeiten. Du gehst anders an eine physische Auseinandersetzung heran, wenn Du weißt, dass Du drei Schlägen ausweichen kannst. Und Du kannst in Verhandlungen anders agieren, wenn Du dem Gegenüber zur Not einen Befehl einpflanzen kannst, den er befolgen muss.

Also ist alles schlecht?

Nein, natürlich nicht. Ein Kind zu spielen kann sowohl frustrierend sein als auch bereichernd. Wie bereits geschrieben: Jede einzelne Rolle im Vampire Live hat ihre spannenden und ihre frustrierenden Seiten, und es liegt nicht immer in Deiner Hand zu entscheiden, welchen Problemen Dein Charakter begegnet.

Wenn Du Dich der Herausforderung ein Kind zu spielen stellst kannst Du sehr viel Spaß daran haben und viel daraus ziehen. Wir helfen Dir gerne, damit diese Erfahrung nicht frustrierend wird – zumindest nicht für Dich als Spieler 😉

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