Unglaublich dialogstark: Der Löwe im Winter

The Lion in Winter, Der Löwe im Winter: Captain Picard Patrick Stewart spielt Henry II. Dieser verbringt im Jahre 1183 mit seiner Frau, Eleanor von Aquetanien (Glenn Close), und seinen drei Söhnen Richard, Geoffrey und John, Weihnachten auf der französischen Burg Chinon feiert. Auch Henrys Geliebte (und seit 16 Jahren Richards Verlobte), Alais, ist anwesend. Ebenso Alais Bruder, der französische König Philipp II. Zwischen Henry und Eleanor blüht ein Ränkespiel darum auf, welcher ihrer drei Söhne nach Henrys Tod Englands Krone erhalten soll. Und Phillip mischt natürlich auch kräftig mit.

Für Geschichtsmuffel: Die Söhne Richard und John kennt man. Richard I ist Richard Löwenherz, und John ist eben jener grausame König, den Robin Hood so leidenschaftlich bekämpfte.

Was zeichnet diesen Film aus?

Davon ab, dass sich jeder Film mit Patrick Stwewart und Glenn Close (Dangerous Liaisons/ Gefährliche Liebschaften) lohnt, ist „The Lion in Winter“ schlichtweg großartig. Jeder Charakter darin ist tiefgründig, vielschichtig – und boshaft. Sie alle tragen ihr eigenes Schicksal und sind darüber verbittert, egal ob es der alternde Henry ist oder die junge Alais. Jeder von ihnen hat nichts als die Wahl nachzugeben und sich aufzugeben oder alle anderen für den eigenen Schmerz leiden zu lassen. Und jede Figur hat ihre eigene Agenda – Henry und Eleanor steigern sich meisterhaft in ihre Hassliebe, Alais versucht sich nicht verkaufen zu lassen, Richard ist der Krieger, Geoffrey der Intrigant, John der Idiot und Philipp will die Interessen Frankreichs durchsetzen.

Aber insbesondere wartet dieser Film in jeder Szene mit einem noch kraftvolleren und intelligenteren Dialog auf. Egel ob Wut, Schmerz, Hass, Intrigen, Liebe, Freude, Trauer, Täuschung – alles wird im Extrem ausgekostet und gespielt. Dabei werden Gefühle ausgenutzt, wo es sich anbietet, Bündnisse geschlossen und wieder zerstört.

Was hat das mit Vampire Live zu tun?

Und warum stellen wir diesen Film in einem Vampire Blog vor? Weil in diesem Film wie in wenigen anderen Aspekte auftauchen, die das Vampire Live sehr bereichern können. Die Charaktere sind vielschichtig und können von jetzt auf gleich von Zorn zu Intrige zu Trauer zu (gespielter?) Freude wechseln. Sie leben jede Emotion aus, egal ob positiv oder negativ, egal was andere davon halten mögen. Und, auch wenn dies ein Bezug auf Queen of the Damned ist,: „Vampire begleichen keine Rechnugnen. Wir pflegen sie.“. All diese Charaktere in „The Lion in Winter“ hegen ihren alten Groll und zehren von ihm – ohne ihn wären sie nichts.

Der Film ist kein moderner Film mit tausend Spezialeffekten. Wer Hollywood Kurzweil sucht, wird sich mit diesem Film wahrscheinlich furchtbar langweilen. Wer aber Spaß an großartigen Dialogen hat, an tiefgründigen Charakteren, an Hassliebe und großen Emotionen – der wird diesen Film lieben und viel aus ihm ziehen können.

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