Machiavelli am Mittwoch: Glückliche Sklaven

Der größte Feind der neuen Ordnung ist, wer aus der alten seine Vorteile zog.

Niccolò Machiavelli

 

Glückliche Sklaven

Marie von Ebner-Eschenbach hat dieses Zitat von Machiavelli ein wenig anders formuliert:

Die glücklichen Sklaven sind die erbittertsten Feinde der Freiheit
Marie von Ebner-Eschenbach

Beide Zitate bedeuten nichts anderes, als dass die größten Feinde einer Veränderungen diejenigen sind, die mit dem Status quo zufrieden sind. An dieser Stelle muss eigentlich nicht mehr gesagt werden, aber das würde einen ziemlich kurzen Artikel abgeben. Und ein paar Gedanken drum herum gibt es ja auch.
 

Machiavelli sagt, jeder will zufrieden sein

In diesem Punkt unterscheiden sich Menschen und Kainiten nicht wesentlich. Und wenn sie zufrieden sind, wollen sie diesen Zustand auf jeden Fall beibehalten. Das Problem: Wenn Du an diesem Zustand etwas ändern willst, begegnen Dir große Widerstände. Einige werden sich aktiv gegen Dich wehren und gegen Dich vorgehen, sehr viele werden zumindest passiven Widerstand leisten und Dir zumindest jede Hilfe verweigern.
 

Mach Werbung für was Neues

Wenn Du nun eine Änderung herbeiführen willst, die aber einigen Kainiten nicht schmeckt, mach ihm das Neue richtig schmackhaft. Er muss nicht unbedingt genau Deine Motivation teilen, es reicht wenn Dein angestrebtes Ziel ihm die ersehnte Zufriedenheit verspricht.

Du kannst an dieser Stelle viel von der klassichen Werbung lernen. Es geht nicht darum, dass Dein angestrebtes Ziel andere tatsächlich zufrieden macht, sondern dass sie glauben, dass es das tun wird. Auch die Werbung funktioniert so: Sie macht Versprechungen von Glück und Zufriedenheit, die nur erreicht werden können, wenn wir Produkt x kaufen. So wird ein Bedürfnis geschürt. Denn erst, wenn wir nicht mehr zufrieden sind mit dem, was wir haben, sind wir bereit uns etwas Neuem zuzuwenden.
 

Beware the slaves!

Wenn Du einen aktiven Kainiten hast, der auch bekannt dafür ist vor Konflikten nicht zurückzuschrecken, kannst Du Dir an zwei Fingern abzählen, dass er gegen Dich vorgehen wird, wenn Du versuchst etwas an einem Zustand zu ändern, der ihm zusagt. So weit, so gut.

Schwieriger wird es jetzt allerdings, wenn die einzigen Kainiten, die am Status quo hängen, vermeintliche Nichtstuer sind, die bloß ihre Zeit auf Domänentreffen absitzen. Auch, wenn sie Dir bisher nie Schwirigkeiten gemacht haben, können sie sich als unglaubliches Ärgernis entpuppen, wenn Du ihnen auf einmal ihre Komfortzone kaputt machst. Wenn sie ihr Glück nicht gerade daraus ziehen, Deinem Wort folgen zu dürfen, wirst Du sehr wahrscheinlich mit passivem Widerstand zu kämpfen haben, was auf Dauer frustrierend und ermüdend sein kann. Um das zu umgehen sorge entweder dafür, dass sie von Deinem Ziel überzeugt sind, oder finde einen Weg sie zu umgehen.

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