Machiavelli am Mittwoch: Sei vernünftig

Es ist nicht weise, das zu verteidigen, was man ohnehin aufgeben muss.

Niccolò Machiavelli

 

Egal, wie wichtig Dir das Ziel ist – führe keinen Kampf, den Du nicht gewinnen kannst. Zumindest, wenn Du machtpolitisch Erfolg haben willst. Denn sich in einen verlorenen Kampf zu stürzen bringt vielleicht kurzfristig Anerkennung, aber mittelfristig zahlst Du drauf.
 

Machiavelli warnt vor Kämpfen ohne Aussicht auf den Sieg

Machiavelli ist in dieser Sache sehr deutlich: Es ist sinnlos, wenn nicht sogar tödlich, seine Energie in Kämpfen zu verschwenden, die man nicht gewinnen kann. Die Gründe für den Kampf mögen noch so plausibel sein – wenn Du ihn verlierst, bringt er Dir rein gar nichts. Selbst, wenn Du ein paar Leute hast, die Dir zujubeln, wirst Du am Ende nur der Depp sein, der verliert. Wenn Du Dein eigentliches Ziel wirklich erreichen willst musst Du zusehen, dass Du langfristig Erfolg hast. Das mag kurz- und mittelfristig zu dem bitteren Preis geschehen, dass Du zurückstecken und sogar Demütigungen ertragen musst, aber dafür wirst Du am Ende triumphieren.

Wenn Du weißt, dass Du einen Kampf nicht gewinnen kannst, bringt es Dir mehr, wenn Du Dich ergibst. Ertrage die Niederlage, und dann nutze Deine neue Position, nahe an Deinen Gegner heranzukommen und alles über ihn zu lernen, was Du wissen musst. Ganz gemäß diesem äthiopischen Sprichwort:

„Wenn der Großgrundbesitzer vorbeigeht, verbeugt sich der weise Bauer tief und furzt heimlich.“ 😉
 

Die Ausnahme von diesem Machiavelli

Heißt das, Du solltest jedem Kampf ausweichen, von dem Du nicht sicher weißt, ob Du ihn gewinnen kannst? Nein, absolut nicht.
Zum einen wirst Du nur bei den wenigstens Auseinandersetzungen im Vorfeld sicher vorhersagen können, ob Du gewinnen wirst. Du lähmst Dich selbst, wenn Du auf die vermeintlich perfekte Situation wartest, um zu handeln.
Zum anderen kannst Du Gegner in die Irre führen, wenn Du Dich zum Schein für eine Sache einsetzt und den Konflikt verlierst. Tarne Dein eigentliches Ziel mit einem lauthals geführten Kampf. Dein Gegner wird im Siegestaumel, Dich übertrumpft zu haben, gar nicht merken, dass Du Dir in der Zwischenzeit das gesichert hast, was Du eigentlich erreichen wolltest. Außerdem wird er Dich falsch einschätzen und später auf die Nase fallen, wenn er sich auf diese Einschätzung verlässt.
 

Trau Dich, dumm zu handeln

Lassen wir Machiavelli einmal außen vor. Kein Charakter kann sich dauerhaft ausschließlich machtpolitisch klug verhalten. Irgendwann wird er an den Punkt kommen, an dem seine Bestie so sehr gereizt wird, dass alle klugen Pläne über Bord geworfen werden, und er mit dem Kopf durch die Wand will. Denn die Bestie ist boshaft, pervertiert und grausam, aber wenn sie gereizt wird setzt sie sich ganz sicher nicht gemütlich zurück und plant in aller Ruhe ihre Rache. Denn sie ist genau das: eine Bestie. Kein zahnloser Stubentiger.
Versuche Spiel daraus zu generieren, dass Dein Charakter immer wieder in diese Situation geraten wird. Wenn Du Dich gerade noch zurückhalten kannst zeige dies: Knurre, fluche, fletsche die Zähne, sei richtig schlecht gelaunt. Dann beißt sich Dein Charakter an seinem Plan fest, aber zu welchem Preis? Die Bestie niederzuringen, die danach schreit alle Pläne zu vergessen und einfach zuzuschlagen, hinterlässt Spuren und ist niemals, niemals unauffällig.

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