Machiavelli am Mittwoch: Informationen

Die beste Methode, um Informationen zu bekommen, ist selbst welche zu geben.

Niccolò Machiavelli

 

Die einzig wahre Ware: Informationen

Geld hat in der kainitischen Gesellschaft kaum einen Wert, wenn es um Geschäfte geht. Das liegt nicht nur darin begründet, dass kaum ein Spieler das Vermögen hat um einen überreichen Charakter zu spielen, der mal eben ein paar hundertausend Euro rüberschiebt. Mit ein paar Jahren bis Jahrzehnten schaffen es die meisten Kainiten sich ein Leben aufzubauen, das ihnen den gewünschten Komfort bietet. Reiche Ghule machen es möglich.

Aber womit wird dann gehandelt, wenn nicht mit Geld? Mit Wort und Tat, bzw. mit Informationen und Handlungen. Handlungen in mehr oder weniger einfachen „Tust du das, tu ich dies“ Geschäften, und Informationen in einem stetigen Strom des gegenseitigen Austausches – oder Nicht-Austausches. Vermeintlich unwichtige Informationen können für andere eine große Relevanz haben und z.B. verhindern, dass sie unwissentlich eine wichtige Person beleidigen oder die Chance für ein gutes Geschäft bieten. Allerdings muss man erst einmal an Informationen gelangen, um mit ihnen arbeiten zu können.
 

Mit Machiavelli die Spinne im Netz sein

Es ist genau so, wie Machiavelli es sagt: Die einfachste Möglichkeit, um an Informationen zu gelangen, ist selbst welche zu geben. Denn kaum ein Kainit wird freiwillig ohne Gegenleistung ständig Berichte verschicken. Wenn ihm aber ein Lohn dafür winkt, wird er ungleich motivierter sein.

Das Besondere: Ein Großteil der Informationen ist nicht einmal wirklich relevant. Denn nur in den seltensten Fällen ist es für Dich nützlich zu erfahren, ob zwei Kainiten am anderen Ende der Nation sich gestritten haben oder nicht. Aber solche Informationen haben drei schöne Vorteile. Zum einen sind sie nicht so wertvoll, dass man sich überlegen muss, wie man sie möglichst gewinnbringend verkauft. Und zum anderen gibt es Dir den Flair von Allwissen, auch über solche Belanglosigkeiten informiert zu sein. Solange Du nicht den Anschein erweckst jedem Tratsch anzuhängen, sondern einfach hin und wieder einfließen lässt, was Du alles über alles weißt, kannst Du viele damit beeindrucken. Und drittens kannst Du mit solchen an sich unwichtigen Informationen bei Deinem Gesprächspartner das Gefühl wecken, dass Du ihm bereitwillig Informationen gibst, ohne direkt eine Gegenleistung zu fordern. Kleine unwichtige Informationen sind eine einfache Geste, mit der Du eine Verbindung aufbaust, die später sehr wertvoll sein kann, und Du bereits bestehende Verbindungen festigst.
 

Die Halbwertzeit von Informationen

Informationen als Ware sind trickreich, und das Zitat von Machiavelli ist dahingehen nicht sehr hilfreich. Denn es gibt Informationen, die zwar aktuell sehr wertvoll sind, aber binnen kurzer Zeit großflächig bekannt werden und rapide ihren Wert verlieren. Beispiel: Auf einem überregionalen Treffen geschieht vor der Tür etwas Unglaubliches, das mehrere Personen miterleben. Diese Information wird schnell die Runde machen. Wenn Du zu den ersten gehörst, der davon anderen erzählt, streichst Du Pluspunkte ein; wenn Du ein paar Stunden wartest weiß längst jeder, was passiert ist.
Andere Informationen sind sehr lange sehr wertvoll. Sie sind nur wenigen bekannt und haben meist keinen direkten Bezug auf aktuelle Begebenheiten. Diese kannst Du ein wenig hegen und pflegen, bis der richtige Zeitpunkt gekommen ist um sie zu nutzen. Klassischerweise sind dies persönliche Geschichten aus dem Hintergrund anderer Kainiten, die sich hervorragend als Druckmittel eignen.
 

Wichtiges Hilfsmittel: Das Notizbuch

Ein Pro-Tipp am Rande, von dem Machiavelli nichts schreibt: Lege Dir ein Notizbuch zu. Egal ob digital oder analog, Hauptsache Du kannst Deine Informationen igendwo sammeln und zu einem späteren Zeitpunkt erneut lesen. Denn so krass und intensiv eine Situation auch war, nach einigen Wochen und Monaten wirst Du sehr viele Einzelheiten wieder vergessen haben. Von nicht so krasses Situationen ganz zu schweigen. Und nichts ist blöder, als nach ein paar Monaten eine heiße Information nutzen zu wollen, aber nur noch eine vage Erinnerung daran zu haben. Selbst, wenn Du eine Tatsache verdrehen willst, ist es nütztlich zu wissen, wie etwas tatsächlich war.

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