Machiavelli am Mittwoch: Kein Glück

Wer sich am wenigsten auf Glück verlässt, behauptet sich am besten.

Niccolò Machiavelli

 
Machiavelli brachte es auf den Punkt: Verlasse Dich auf Dein Glück, und Du bist verlassen. Denn wer auf das Glück wartet, gibt die Macht über das eigene Schicksal fort und unterwirft sich anderen, die selbst aktiv werden.
 

Was ist Glück?

Machiavelli selbst führt keine Definition von Glück an, aber der Duden beschreibt es so: etwas, was Ergebnis des Zusammentreffens besonders günstiger Umstände ist; besonders günstiger Zufall, günstige Fügung des Schicksals.

Worin genau das Gefährliche am Glück liegt, führt Machiavelli nicht näher aus, weshalb wir es nachholen: Es ist zufällig und vollkommen losgelöst von den eigenen Bemühungen. Es ist weder das Ergebnis harter Arbeit, guter Pläne oder einer mutigen Entscheidung. Glück kommt unverdient, eben zufällig. Deshalb sehnt sich auch jeder nach diesem Glück: Es kommt zu einem und macht, dass alles so gut wird, wie man glaubt es verdient zu haben, ohne dass man dafür etwas leisten muss. Das eigene Glück ist die Sehnsucht nach der perfekten Kosten-Nutzen-Balance: Keine Kosten, nur Nutzen.
Das Glück Fremder hingegen bedeutet, dass man sich nicht eingestehen will, dass sie besser sind als man selbst. Schließlich geht es ihnen nicht gut, weil sie fleißiger, klüger oder stärker sind als wir – wie könnten sie! – sondern weil ihnen der Zufall etwas zugespielt hat, das sie gar nicht verdient haben. Wenn Du einem Gegner vorwirfst, dass er ja bloß Glück hatte, sagst Du eigentlich aus, dass Du Dich schwarz ärgerst, weil er Dich übertrumpft hat.
 

Was ist Glück wirklich?

Das, was viele oft für Glück halten, ist in Wahrheit das Ergebnis von harter Arbeit und Eigenleistung und der Fähigkeit, das beste aus einer Situation zu machen. Ein Beispiel: Dein größter Rivale hat auf einem überregionalen Event den Justikar kennengelernt und sich mit ihm gut gestellt. Das ist kein Glück (auch, weil man solche Monster nicht kennen will). Sehr wahrscheinlich hat Dein Rivale nicht faul in der Ecke gesessen und darauf gewartet, dass der Justikar endlich bei ihm aufschlägt, sondern hat aus den Situationen, die sich ihm boten, das Bestmögliche herausgeholt. Sprich, er ist von sich aus aktiv geworden und hat die Situationen genutzt, die vorhanden waren.
 

Machiavelli weiß, dass Glück gefährlich ist

Sich darauf zu verlassen, dass man schon Glück haben wird, ist tödlich. Wer auf das Glück baut, gibt bereitwillig alle Macht über das eigene Schicksal aus den Händen. Denn wenn das Ende einer Auseinandersetzung nur vom Glück abhängig ist, besteht keine Notwendigkeit sich Verbündete zu suchen, Rufmord zu betreiben oder sonst irgendwie aktiv zu werden, um einen Vorteil zu erhalten. Wer auf das Glück baut will eine Ausrede nichts tun zu müssen und dafür auch noch belohnt zu werden.
 

Du bist Deines Glückes Schmied

Wenn Du Deine Zukunft kontrollieren willst, musst Du sie aktiv gestalten. Du wirst Deine Ziele kaum erreichen, wenn Du auf dem Hintern sitzt und darauf wartest, dass Fortuna zur Tür hereinkommt. Du musst schon selbst aktiv werden und das nutzen, was Dir zur Verfügung steht. Sicher, Du hast vielleicht nicht die besten Startbedingungen. Aber ein kleines Potential, das genutzt wird, bringt Dich wesentlich weiter als ein großes, das brach liegt. Oder anders ausgedrückt: Es nützt nichts, das Kind des Fürsten zu sein, wenn man nichts aus diesem Startvorteil macht. Um voran zu kommen musst Du wissen, welches Ziel Du erreichen willst, wie Deine Ausgangslage ist und welche Mittel Dir zur Verfügung stehen. Der Rest sind Deine eigenen Entscheidungen und Fähigkeiten.

Sicherlich wirst Du nicht immer Erfolg haben, wenn Du selbst aktiv bist. Wer viel handelt, kann viele Fehler machen. Wer aber gar nicht handelt ist tot. Da sind Fehler allemal besser, nicht wahr? Du wirst auch nie verhindern können, dass regelmäßig alle Deine Wahlmöglichkeiten ziemlich sch**** sind. Genau darum geht es beim Vampire Live. Der Trick ist sich bewusst zu machen, dass eine schlechte Wahl immer noch besser ist als gar keine Wahl.

Zum Schluss bleibt deshalb nur eines zu sagen: Fortuna ist eine Schlampe, die sich zu jedem ins Bett legt – vorausgesetzt, er bezahlt gut genug.

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