Machiavelli am Mittwoch: Ruhm oder Erfolg?

Man kann es nicht Tugend nennen, seine Mitbürger ermorden, Freunde verraten, ohne Treu und Glauben sein, ohne menschliches Gefühl, ohne Religion. So kann man wohl zur Herrschaft gelangen, aber keinen Ruhm erwerben.

Niccolò Machiavelli

 

Ein wenig erinnert dies an die Frage, ob es besser ist gefürchtet oder geliebt zu werden. Machiavelli zeigt hier in aller Deutlichkeit, was er damit meint: Gefürchtet zu werden ist nicht nett.
 

Zahle den Preis

Machiavelli sagt mit diesem Zitat sehr deutlich, was der Preis dafür sein kann, Macht zu erlangen. Macht zu erlangen muss im Vampire Live manchmal auf hässlichen Wegen geschehen. Du wirst keine Anerkennung für diese Wege erhalten, aber dafür die Macht erhalten, die Du willst. Wenn Du den Ruhm willst, von dem Machiavelli spricht, wirst Du früher oder später an die Grenze der Macht gelangen, die Du erreichen kannst. Willst Du weitergehen, wirst Du hässliche Dinge tun müssen.
 

Machiavelli erklärt Furcht

Wenn Du mächtig bist, weil andere Dich fürchten, bedeutet dies, dass du Dinge getan hast und tust, die alles andere als nett sind. Das ist leicht gesagt, aber die Umsetzung geht einem doch nicht immer so leicht von der Hand. Sicherlich kannst Du Dir vorstellen, einem verhassten Gegner Schlimmes angedeihen zu lassen. Aber was ist mit denen, die Dir etwas bedeuten?
Plötzlich stockst und zögerst Du. Und genau dies ist der Moment, in dem Du Dich entscheiden musst, was Du willst: Macht oder Anerkennung? Herrschaft oder Ruhe vor Anfeindungen? Denn sich durch Verrat und Mord Feinde zu machen, wird Dich immer zur Zielscheibe machen. Je unmoralischer Deine Handlung, desto mehr Leute werden Dich angehen, weil sie Dich fürchten und verabscheuen, auch wenn sie sich insgeheim vielleicht wünschen, ebenfalls so rücksichtslos sein zu können.
 

Ist das der einzige Weg?

Eindeutig jein.
Bis zu einer gewissen Grenze kommst Du wahrscheinlich auch ohne die wirklich hässlichen Verhaltensweisen. Ein paar Gegner wirst Du haben, sicher, aber allgemein wirst Du akzeptiert werden. Aber darüber hinaus kommst Du nicht, wenn Du nicht bereit bist Dir die Hände schmutzig zu machen. Denn wenn Du Deine Herrschaft darauf aufbaust, beliebt zu sein, wirst Du mit wachsender Macht auch zunehmend zerrissen von den Erwartungen derer, auf deren Zustimmung Du Deine Macht aufbaust.
Sicher ist es immer gut dafür zu sorgen, dass nichts auf Dich zurück fällt. Der kluge und erfolgreiche Herrscher hat immer Leute, die für ihn die Drecksarbeit machen, und die er im Zweifelsfall als Sündenbock hinhalten kann. Aber auch dies bedeutet, dass Du selbst Dir gegenüber eingestehen musst, dass Du jegliche Moral über Bord geworfen hast, auch wenn es niemand außer Dir bemerkt.
 

Wer ist ein König?

Schiller hat den Inhalt dieses Zitates von Machiavelli auch sehr schön dargestellt. Und natürlich sind seine Worte poetischer und flüssiger zu lesen, als die des sehr kantigen und direkten Machiavelli:

O, der ist noch nicht König, der der Welt gefallen muß! Nur der ist’s, der bei seinem Tun nach keines Menschen Beifall braucht zu fragen.
Johann Christoph Friedrich von Schiller

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