Machiavelli am Mittwoch: Sünde des Volkes

Es beschwere sich kein Regierender über die Sünden, die sein Volk begeht, denn diese sind nur die Folgen seiner eigenen Nachlässigkeit oder davon, dass er den gleichen Lastern ergeben ist.

Niccolò Machiavelli

Dies ist eines der wirklich spannenden Zitate von Machiavelli finde ich. Denn es setzt Dir sehr hemmungslos die Pistole auf die Brust, ehrlich mit Dir selbst zu sein. Die Kainiten, die Deinem Charakter folgen, sind ein unkoordinierter Haufen, der nichts auf die Reihe kriegt? Tja, dann bist Du mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit selbst dran Schuld.

Wie der Anführer, so seine Gefolgschaft

Dahinter steckt eine einfache Wahrheit: Die Untergebenen Deines Charakters orientieren sich am Verhalten Deines Charakters. Sie kopieren ein Stück weit Deinen Stil um Dir zu gefallen oder Anerkennung zu erhalten. In unterschiedlicher Ausprägung übernehmen sie Dein Verhalten.

Ist Dein Charakter organisiert, zielstrebig und hat klare Werte, wird dies auch Deine Untergebenen prägen. Weißt Du selbst nicht so genau was Du eigentlich willst oder predigst Wasser, während Du Wein trinkst, kannst Du Dich kaum beschweren, wenn Deine Untergebenen dies spiegeln. Gleiches gilt, wenn Du selbst sehr passiv bist und erwartest, dass Deine Gefolgschaft aber von Aktivität und Eigenleistung erfüllt ist. Dabei ist es egal, ob Dein Charakter Fürst ist, Führer seines Clans oder „nur“ der Kopf einer kleinen Gruppe von Kainiten.

Stehe über ihnen

Das heißt, Du sollst mit anpacken und die gleichen Aufgaben übernehmen wie die Untergebenen Deines Charakters? Nein, natürlich nicht. Damit sie Deinen Charakter als über sich stehend wahrnehmen ist es sogar wichtig, dass Du Dich über ihnen nicht zu sehr annäherst. Ein Volk will keinen König, der wie sie ein Bauer ist, sondern jemanden, zu dem man aufschauen kann.

Aber Du musst die Werte vorleben, die Du von ihnen verlangst. Du möchtest Ehrgeiz und Zielstrebigkeit? Dann stecke Dir Ziele und verfolge sie engagiert. Du willst Loyalität und Zuverlässigkeit? Dann stehe für sie ein. Du willst Esprit und Gesellschaft? Dann sei die führende Persönlichkeit in der Gesellschaft.

Zeige mir Deine Freunde…

… und ich sage Dir, wer Du bist. Dieses Sprichwort geht in eine sehr ähnliche Richtung. Es sagt ebenfalls, dass Dein Umfeld mehr über Dich preisgibt, als Dir vielleicht bewusst ist.

Allerdings unterscheidet es sich dahingehend von Machiavelli, dass es auch von gleichberechtigten Freunden spricht und nicht von unter Deinem Charakter stehenden Untertanen. Aber auch hier zeigt sich, dass ein Blick auf das Umfeld einer Person viele Aufschlüsse über sie gibt.

Wenn Du eine andere Führungsperson einschätzen willst kann es deshalb sehr lohend sein, auch ihre Freunde und Untertanen zu betrachten.

Machiavelli fordert Dich heraus

Dieses Zitat geht also nicht nur auf das kluge Verhalten ein, dass man an den Tag legen sollte. Es ist zugleich eine Bestandsaufnahme und deckt damit die Vergangenheit schonungslos auf: Bist Du unzufrieden mit den Untertanen Deines Charakters? Dann fange nicht (nur) an, ihnen die Schuld zu geben, sondern frage auch Dich selbst, wie viel Schuld Du daran hast.

Natürlich ist dies für einen Kainiten nicht unbedingt angenehm. Sich selbst Fehler einzugestehen statt die Schuld bei anderen zu finden ist wenig erfreulich. Wenn Dein Charakter dies nicht kann oder will ist das großartig und bringt jede Menge Spiel. Die Hauptsache ist, dass Du als Spieler Dir bewusst bist, dass er auch selbst verantwortlich dafür ist, dass andere einfach nicht so wollen wie er.

Welches Zitat von Machiavelli würdest Du hier gerne einmal aufgeführt sehen? Schreib es unten in die Kommentare!

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