Machtgewinn und Machterhalt

Machterhalt ist wichtig - aber langweiligWie kommt es, dass so viele Charaktere über einen längeren Zeitraum hinweg immer mächtiger werden, aber auf der Höhe ihrer Macht ihr Thron anfängt zu wackeln, obwohl sie doch alles hatten? Scheinbar grundlos beginnt das Konstrukt unter ihnen zu bröckeln, bis sie schließlich nur noch von ihrem Ruf zehren. Sind es versteckte Gegner, die sie angehen? Vielleicht, manchmal. Aber sehr viel öfter sind sie selbst Schuld daran, weil sie eine wichtige Lektion nicht gelernt haben: Machtgewinn und Machterhalt sind zwei grundverschiedene Dinge.
 

Machtgewinn ist spannend

Kaum etwas elektrisiert so sehr wie die Aussicht auf den Erfolg. Für ein noch unerreichtes Ziel zu kämpfen motiviert mehr als alles andere. Denn insgeheim wissen wir: Je mehr Energie wir in das Erreichen des Ziels stecken, desto wichtiger muss es sein. Und das weckt eine Begehrlichkeit, die kaum im Zaum gehalten werden kann. Gerade die Schwierigkeiten, denen man auf dem Weg begegnet, machen es umso wichtiger, dieses Ziel zu erreichen. Denn irgendwann erreicht man auch den Punkt, an dem man zu viel investiert hat, um noch aufzugeben.

Zusammengefasst: Macht zu erkämpfen ist unglaublich spannend und mitreißend.
 

Machterhalt ist langweilig

Reiner Machterhalt ist Stagnation und Langeweile. Zum einen musst Du den Status Quo halten, wodurch es keine Veränderungen mehr gibt. Diejenigen, die anfangs nur leise gemurrt haben, werden immer lauter und vehementer in ihren Beschwerden. Und zum anderen musst du alles daran setzen das zu behalten, was du hast. Dir werden kaum noch Kapazitäten bleiben, etwas Neues zu erreichen, weil Du Dich im ständigen Spagat über dem befindest, was Du bisher erreicht hast. Der graue Alltag holt Dich nur allzu schnell ein: Auf einmal ist da nicht mehr das Abenteuer der Eroberung, sondern das dröge Abarbeiten immer derselben Aufgaben, die ebenso notwenig wie eintönig sind.

Kurz gesagt: Machterhalt ist so ziemlich das Anstrengendste und Langweiligste überhaupt.
 

Der Grund des Scheiterns

Die meisten Charaktere sind in dieser Hinsicht wie Robert Baratheon: Großartig darin eine Rebellion zu führen und einen Krieg zu gewinnen, aber überfordert wenn es darum geht, das Gewonnene zu halten. Wenn es nicht mehr darum geht sich mit dem Feind zu messen und den Rausch der Schlacht zu erleben, sondern das gewonnene Königreich zu verwalten, politisch zu taktieren und die Adeligen glücklich zu machen, damit man weiterhin König sein kann, verfallen sie wie Robert in die Flucht und tun alles außer ihrer Pflicht. Eine Weile geht das gut, wenn sie Leute haben die ihre Aufgaben übernehmen, aber in Wahrheit bröckelt damit ihre Macht. Und ehe sie sich versehen stehen sie vor einem Haufen Trümmer, während andere herrschen.
 

Was tun?

Um diesem fast sicheren Untergang zu entgehen gibt es ein paar Dinge, die Du beachten solltest:

  • Definiere Dein Ziel, das Du erreichen willst. Und wenn Du es erreicht hast halte ein, statt über das Ziel hinaus zu schießen. Nur so verhinderst Du, dass Du Dich übernimmst und Deinen eigenen Untergang beschleunigst.
  • Verhindere die Stagnation – habe immer ein unerreichtes Ziel. Sowohl Du als auch Deine Untergebenen werden sich zu Tode langweilen, wenn Du versuchst nach Erreichen des Ziels jegliche Veränderung zu unterbinden. Wirklich, das will niemand. Das Erreichen eines Zieles ist tödlich, wenn Du nicht ein neues Ziel hast, für das Du kämpfen kannst. Beispiel: Du hattest das Ziel, Deinen Clan zu einen. Wenn Du dies erreicht hast musst Du wissen, wo Du mit diesem geeinten Clan hinwillst und Deinen Clansgeschwistern etwas zu tun geben, ansonsten wird sich Unzufriedenheit breit machen.
  • Reiß Dich zusammen. So ungern Du es auch hören willst: Hör auf Dich zu drücken und erledige die ganzen langweiligen und anstrengenden Aufgaben die anfallen, nachdem Du Dein Ziel erreicht hast. Es mag im ersten Moment keinen Spaß machen, aber dafür wirst Du mittel- und langfristig die Genugtuung haben, dass Du im Gegensatz zu so vielen anderen nicht scheitern wirst.

 

Fazit

Machterhalt macht im Gegensatz zum Machtgewinn vielleicht keinen Spaß, aber wenn Du diesen Aspekt der Macht ernst nimmst, wirst Du viel Befriedigung daraus ziehen. Und sich auch nach Jahren noch zurücklehnen zu können und zu sehen, dass man im Gegensatz zu so vielen Anderen nicht gescheitert ist, ist eine Menge Wert und fühlt sich verdammt gut an.
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photo credit: Justice Gavel via photopin (license)

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