Schopenhauer am Samstag: Recht behalten, Teil 10

Kunstgriff 10: Zugeständnis aus Trotz

Wenn der Gegner absichtlich Fragen verneint, spielt man vor seine Bejahung für das Gegenteil von dem zu brauchen, was man beweisen will.
 

Schopenhauer empfiehlt umgekehrte Psychologie

Schopenhauer hat natürlich auch einen Kniff für den Fall, dass Dein Gegner Deine Absicht erahnt und Dir absichtlich Fragen so beantwortet, dass Du nicht die benötigten Antworten erhältst. Der Grund dafür ist meistens, dass er gewittert hat worauf Du hinauf willst. Ob er Dich nun daran hindern will, die von Dir angestrebte Behauptung mit Argumenten zu untermauern, oder Dir aus reiner Bosheit Steine in den Weg legt, ist in der Hinsicht unwichtig.

Wichtiger für Dich ist, dass Du Deinen Gegner dazu bringst, Dir letzten Endes doch Recht zu geben. Schopenhauer empfiehlt dafür umgekehrte Psychologie.
 

Umgekehrte Psychologie

Wenn Du willst, dass Dein Gegner einer Aussage von Dir zustimmt, und er dies konsequent nicht tun will, versuche diesen Umweg: Probiere ihn dazu zu bringen der gegenteiligen Aussage Deines Argumentes zuzustimmen. Er wird sich dagegen sträuben und so indirekt Deinem eigentlichen Argument zustimmen. Oder aber Du stellst ihm beide Thesen zur Auswahl, so dass er nicht weiß, welche Du tatsächlich bestätigt haben willst.

Beispiel: Du willst Deinen Gegner dazu bringen zuzugeben, dass Brujah tumbe Schläger sind, aber er verneint dies konsequent. Drehe die Argumentation um und versuche ihn dazu zu bringen zu bestätigen, dass insbesondere Clan Brujah äußerst friedfertig ist. Alternativ fragst Du ihn, ob Brujah besonders friedfertig oder eher gewalttätig sind.
 

Lass Dich nicht erwischen

Umgekehrte Psychologie, so wie Schopenhauer sie vorschlägt, funktioniert nicht immer. Wenn Dein Gegner z. B. Deine Position in einer Sache genau kennt, wird er misstrauisch werden, wenn Du auf einmal das Gegenteil vertrittst. Ebenfalls ist es schwierig ihn mit umgekehrter Psychologie auszutricksen, wenn Ihr beide wisst, dass Ihr beide wisst, dass Du eigentlich Recht hast. Dann wird er nämlich Deinen Bluff durchschauen.
 

Formuliere vorsichtig

Schopenhauer erwähnt nicht wie schwierig es ist, diesen Trick so anzuwenden, dass er nicht auffällt. Bei seinen anderen Kunstgriffen weiß Dein Gegner, dass Du gegen ihn argumentierst oder ihm Argumente aus der Nase ziehst. Hier aber musst Du ihm direkt vorspielen eine Meinung zu haben, die Du nicht hast, und es gleichzeitig schaffen keine Aussagen zu treffen, auf die er Dich später festnageln kann. Das erfordert Übung und das Erkennen der richtigen Situation. Aber wenn Du es schaffst, hast Du nach dem Wortduell die Befriedigung, dass Dein Gegner sich schwarz ärgern wird, Dir auf den Leim gegangen zu sein. Und das ist manchmal auch viel wert. 😉

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