Präludien sind prägende Schlüsselszenen

In unserer Gruppe und der Katharsis Chronik stolperst Du immer wieder über den Begriff Präludium. Wer schon eine gewisse Zeit bei uns spielt weiß, was sich dahinter verbirgt, während Neulinge sich meist nicht wirklich etwas darunter vorstellen können. Deshalb findest Du hier eine Erklärung, was es damit eigentlich auf sich hat.

Das Vorspiel vor dem Spiel

Präludium kommt aus dem Lateinischen und bedeutet übersetzt „Vorspiel“; zusammengesetzt aus den Silben „prae“ („vor“) und „ludus“ („Spiel“). Der Plural ist eingedeutscht Präludien.

In der Katharsis Chronik sind Präludien Szenen aus der Existenz eines Charakters, die vor der Jetztzeit und dem aktuellen Spiel liegen. Dazu gehören die emotionalen Schlüsselmomente, die den Charakter geprägt haben. Das ist zum Beispiel das Aufeinandertreffen mit seinem Erschaffer. Oder auch das Brechen durch einen Ahnen oder ein Kampf auf Leben und Tod. Manchmal trifft er in einem Präludium auch Charaktere, denen er im späteren Spiel wieder begegnet.

Idealerweise werden Präludien ausgespielt, ehe ein Charakter das erste Mal ins Spiel geht. Aus zeitlichen und organisatorischen Gründen ist dies nicht immer möglich, da man manche Darsteller nur auf den Großevents der Chronik begegnet.

Was bringt so ein Präludium?

Der enorme Vorteil eines Präludiums ist, dass die prägenden Szenen aus der Vergangenheit nicht nur auf dem Papier stehen. Es ist ein gigantischer Unterschied, nur zu schreiben, was dem eigenen Charakter passiert ist, und diese Szenen tatsächlich zu erleben. Wer wirklich ausgespielt hat, dass der eigene Charakter vor einem Ahnen saß und um seine Existenz gebettelt hat, spielt ganz anders damit. Er wird später im Spiel anders davon erzählen, als wenn er nur eine Kurzfassung davon in seinem Hintergrund stehen hat.

Ein weiterer Vorteil von einem Präludium ist, dass es bei einem neuen Spieler hilft, sich in seinen Charakter hineinzufühlen, ehe er ins „große“ Spiel geht.

Ein Präludium ist eine Erinnerung

So schön Präludien sind, so schwierig sind sie auch manchmal. Neben Darstellern, die sehr weit weg wohnen, gibt es manchmal niemanden, der wirklich passt. Wenn in der SL kein großer, hagerer Mann mit langen blonden Haaren ist, muss man kreativ werden. Meistens lassen sich gute Lösungen finden, entsprechende Szenen trotzdem auszuspielen.

Eine Möglichkeit, um diese Diskrepanz stimmig im Spiel zu erklären, ist, dass ein Präludium immer nur eine Erinnerung an ein Ereignis ist u. Erinnerungen werden, auch bei Kainiten, mit der Zeit verfälscht: Gesichter verschwimmen, man vergisst Details und beschönigt die Dinge, an die man sich nicht gerne erinnert.

Andere Erinnerungen, insbesondere schwer traumatische, werden vergessen oder verdrängt. Dies ist eine Erklärung, weshalb ein Charakter sich an manche Szenen nicht erinnert, die noch nicht ausgespielt wurden. So ist zum Beispiel gerade das Brechen durch einen Ahnen derart traumatisch, dass viele Charaktere dieses Erlebnis tief in ihrer Erinnerung vergraben und es verdrängen. Andere Erinnerungen sind einfach vergessen, bis ein bestimmter Auslöser sie wieder ins Bewusstsein ruft.

Der Ausgang eines Präludiums steht meistens zwar schon im Vorfeld fest. Zum Beispiel, dass der eigene Charakter überlebt, da er ja später ins Spiel gehen soll. Allerdings geschehen dennoch in jedem Präludium Dinge, die nicht geplant sind. Es geht eben nicht darum, eine bis ins letzte Detail ausgearbeitete Szene nach Script nachzuspielen. Stattdessen soll der Charakter frei in der Szene aigeren. Bisher haben wir damit nur gute Erfahrung gemacht.

Fazit

Präludien im Vampire Live helfen, dem eigenen Charakter mehr Tiefe zu geben. Man kann ihn besser kennenzulernen, als wenn man seinen Hintergrund nur aufschreiben würde. Sowohl bei neuen als auch bei langgespielten Charakteren geben Präludien oft einen entscheidenden Kick für das Spiel. Sie schaffen unglaublich viel Motivation, sich ins das Spiel zu stürzen. Um festzustellen, welche Präludien passend für einen Charakter sind, ist auch der Darsteller gefragt. Er erzählt seiner SL, welche Szenen und Augenblicke ihn besonders reizen und emotional berühren würden.

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