Wo recherchiere ich meinen Hintergrund?

Jeder Darsteller im Vampire Live, der nicht gerade einen frisch im Spiel geschaffenen Charakter spielt, wird sich die Zeit nehmen müssen, den Hintergrund seines Charakters zu recherchieren. Je nachdem, wie alt der Charakter ist, ist dies mehr oder weniger Aufwand, aber in allen Fällen ist es wichtig für ein rundes und intensives Spielerlebnis. Positiver Nebeneffekt: Man lernt mehr über Geschichte, als man denken mag.

In diesem Artikel wollen wir ein paar mögliche Quellen für diese Recherche aufzählen. Diese Liste ist absolut nicht vollständig, sondern soll eher Impulse geben. In den nächsten Wochen und Monaten werden wir hier nach und nach weitere Quellen bezogen auf spezifische Epochen aufführen.

Fang an bei Wikipedia

Ja, wir wissen, welchen Ruf Wikipedia hat. Und es soll auch definitiv nicht alles, was dort steht, für bare Münze genommen werden. Nicht umsonst machen in den meisten Universitäten die Professoren sehr deutlich, dass Wikipedia nicht als gültige Quelle für Hausarbeiten anerkannt wird.
Allerdings ist Wikipedia auch nicht so schlecht wie sein Ruf und bietet zumindest einen guten Überblick über ein Thema oder eine Epoche. Da man sich eh nie nur auf eine Quelle verlassen und Inhalte überprüfen sollte, ehe man sie verwendet, kann man Wikipedia gut als Ausgangslage für weitere Nachforschungen zum Hintergrund des Charakters verwenden.

Was viele schnell übersehen sind die Quellenangaben, die unter jedem Artikel von Wikipedia aufgeführt sind. Diese behandeln das Thema meist ausführlicher und weisen (meist) wiederrum auf andere Quellen hin, so dass man hier sehr oft noch gute Zusatzinformationen finden kann.

Wir vom Jahrgang 19xx

Wer im Vampire Live einen Charakter aus dem letzten Jahrhundert spielt, ist mit dem entsprechenden Buch der Reihe „Wir aus dem Jahrgang 19xx“ gut beraten. In diesen Büchern wird anhand von Fotos und Anekdoten die Kindheit und Jugend der Menschen in Deutschland dargestellt, die im entsprechenden Jahr geboren wurden. Weltpolitische Ereignisse werden nicht wissenschaftlich aufgeführt, sondern so, wie die Kinder sie damals wahrgenommen haben. Der erste Jahrgang ist 1921, der letzte ist 1996 (womit diese Bücher auch ein schönes Geschenk für Geschwister sind). In der zweiten Reihe (Wir vom Jahrgang [fünf Jahreszahlen]. Endlich erwachsen!“) werden jeweils fünf Jahrgänge zusammengefasst und das junge Erwachsenenalter vorgestellt.

Ich habe diese Reihe vor einigen Jahren bei der Entwicklung eines NSCs kennengelernt und kann sie absolut empfehlen. Das Schöne an diesen Büchern ist, dass sie sehr gut transportieren, wie die damalige Zeit die Menschen in ihrer Kindheit und Jugend geprägt hat und diese Erlebnisse durch die aufgeführten Anekdoten sehr lebensecht und greifbar macht. Ein Hintergrund wird so echter und weniger eine distanzierte Auflistung von bloßen Daten, was sonst leicht passiert.

Dein Hintergrund in Universitäten

Es gibt eine ganze Reihe von (hauptsächlich englischsprachigen) Universitäten, die online kostenlos umfangreiches Kursmaterial zur Verfügung stellen. Interessant ist dies gerade im Geschichtsbereich, da ein spezifisches Geschichtsbuch natürlich um Welten ausführlicher und umfangreicher ist, als ein Wikipedia Artikel. Für einen Hintergrund muss natürlich kein ganzes Geschichtsbuch auswendig gelernt werden, aber in manchen Aspekten will und sollte man ja doch in die Tiefe gehen.

Einige Beispiele sind die California State University und die University of Oxford. Sucht bei Google mit Begriffen wie „free content“ oder „open course content“ und „university“, dann solltet Ihr einige gute Ergebnisse bekommen. Die Geschichtskurse sind manchmal ein wenig versteckt, stöbern lohnt sich also.

Google Books

Leider relativ unbekannt ist die große Bibliothek eingescannter (älterer) Bücher, die man bei Google bequem durchstöbern kann. Einige Bücher sind leider nicht oder nur kapitelweise enthalten, aber gerade wer ältere Werke sucht wird hier oft fündig.
Diese alten Bücher sind vielleicht nicht immer als direktes Recherchematerial geeignet, allerdings kann gerade ein älterer Charakter diese Bücher gelesen haben. Interessant ist diese Büchersammlung allemal.

Bibliothek und Museum

Weshalb ins Museum gehen, wenn es die Google Bildersuche gibt, und warum in einer Bücherei herumirren, wenn es doch Wikipedia und das Internet gibt? Weil es ein deutlicher Unterschied ist, Gegenstände aus einer bestimmten Zeit tatsächlich in echt zu sehen, als nur am Computer Bildschirm. Und aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es z.B. bei der Geschichte der eigenen Stadt in einer Bibliothek deutlich einfacher ist, Informationen zu beschaffen, als im Internet.
Diese Orte sind kein Muss, aber sie können eine schöne Ergänzung für die Hintergrundrecherche sein.

Google Bildersuche und Pinterest

Diese beiden Optionen helfen insbesondere dabei, wenn man die Kleidung des Charakters an die jeweilige Zeit anlehnen möchte. Als Suchbegriffe bieten sich die Namen der jeweiligen Epoche oder des entsprechenden Jahrzehnts an.

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